Taktile Reize setzen

vom 16.10.2017

 Anfassen erlaubt und erwünscht – wie setzt du taktile Reize als Personal Trainer richtig ein?

 

Egal ob absoluter Anfänger oder erfahrener Profi, bei keinem Sportler stimmen Bewegungsausführung und Technik immer zu 100 Prozent. Dein Job als Trainer ist es, eben diese Fehler in der Ausführung zu erkennen und entsprechend zu korrigieren. Wichtig ist jedoch, dass du dies von Anfang an kommunizierst und höflich nachfragst, vor allem wenn du als männlicher Trainer mit weiblichen Kunden arbeitest.  Oftmals stellt sich nach einiger Zeit ein gutes persönliches Verhältnis zwischen Trainer und Kunde ein und korrigierende Berührungen stellen kein Problem (mehr) dar.

Für den Trainingsfortschritt und die Gesundheit deiner Kunden ist es oftmals unerlässlich, dass du deine Kunden mittels taktiler Reize korrigierst. Gerade bei komplexen Bewegungen schleichen sich sonst Fehler ein, die sich nur schwer und mit großem Zeitaufwand wieder ausbügeln lassen.

Abgesehen davon ziehst du als selbständiger Unternehmer durch den richtigen Einsatz taktiler Reize  auch noch einen nicht zu vernachlässigenden Nutzen: du vermittelst deinen Kunden das Gefühl der Unentbehrlichkeit und zeigst ihm so indirekt auf, dass er auf dich als Personal Trainer angewiesen ist.

 

Wir haben ein paar wichtige taktile Reize aufgelistet, die du als Personal Trainer mit gutem Gewissen einsetzen kannst:

 

Nacken

-         Gerade bei Übungen wie Liegestütz oder dem Plank neigen viele Leute dazu, den Nacken in eine unnatürliche Position zu bringen und beispielsweise zu sehr zu überstrecken.

-         Verhelfe deinem Kunden in eine gesunde und natürliche Haltung indem du deinen Ellbogen auf dem oberen Rücken auflegst und deine Hand dann über dem Nacken liegt.

 

Schultern

-         Die Schultern sind am häufigsten betroffen von Verspannungen und Dysbalancen. Als Trainer ist es deshalb hier sehr wichtig, falsche Bewegungen und Haltungen zu korrigieren.

 

 

1.       „Schultern weg von den Ohren!“

-         Der Klassiker: Bei anstrengenden Bewegungen neigen wir dazu, unsere Schultern hochzuziehen. Korrigiere deinen Kunden damit, dass du Zeigefinger und Daumen aufeinander und zwischen Ohr und Schulter deines Kunden legst. Dann öffne die Finger und schiebe die Schulter dadurch aktiv vom Ohr weg.

 

2.       Schulterblätter zusammen ziehen / oberen Rücken aufrichten

-         Der Mensch ist in seinem Alltag vermehrt in der Rundrücken-Haltung.  Deshalb ist es wichtig, Kunden im Training immer in eine aufrechte Haltung zu korrigieren. Durch Positionierung von zwei Fingern zwischen den Schulterblättern und der Bitte „Die Finger mit den Schulterblättern einzuklemmen“ erinnerst du deinen Kunden schnell und einfach an die aufrechte Haltung.

 

Unterer Rücken – Hyperlordose

-         Die Hyperlordose ist ein häufiger Fehler. Im Laufe der Zeit können hieraus verheerende Folgen resultieren. Um den Bandscheibenvorfall und Rückenschmerzen im Allgemeinen zu verhindern, ist es wichtig, das Hohlkreuz bei Kunden zu korrigieren. Wie geht das?

-         Lasse deinen Kunden seine Handballen jeweils links und rechts am Hüftknochen platzieren. Die Finger zeigen nach unten. Als Veranschaulichung kannst du deinem Kunden erklären, dass die Hände Scheinwerfer symbolisieren, die gerade nach unten scheinen. Nun sollen sie den Bauch anspannen und die Hüfte so nach vorne kippen, dass die Lichter nach oben zeigen.

-         Hast du diesen „Switch“ öfter mit deinen Kunden geübt, reicht nach kurzer Zeit z. B. schon der Hinweis „Lichter anmachen“ für sie, um zu wissen, was sie tun müssen.

 

Hüfte

-         Möchtest du den Bewegungsradius deines Kunden bis zu einem gewissen Punkt einschränken oder ihn auf eine gewisse Position bringen, hilft es mit deiner Hand „eine Linie zu ziehen“.

-         Beispiel: Beim Kettlebell-Swing zeigst du deinen Kunden durch seitliche Positionierung der Hand, wie weit die Hüftstreckung erfolgen soll.

 

Knie

-         Um die Abduktoren zu stärken sind Minibands zum Beispiel super. Im Personal Training solltest du anfangs oder bei besonders schweren Fällen allerdings du auf deine Hände zurückgreifen und das Miniband liegen lassen, damit du aktiv am Training teilhaben kannst.

-         Sind die Knie deines Kunden beispielsweise bei einer Kniebeuge nach innen rotiert, kannst du durch ein „nach innen-drücken“ der Knie eine Aktivierung der Abduktoren erzielen, die deinem Kunden langsam das Bewegungsmuster für die richtige Beinstellung beibringt. 

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